Praxis

4/2018 - Medienkompetenz und Medienperformanz

"Erfahrungen der Besten". Die unikale Sammlung Pädagogischer Lesungen der DDR – ein Werkstattbericht

AutorInnen: Josefine Wähler / Maria-Annabel Hanke

Josefine Wähler und Maria-Annabel Hanke diskutieren in ihrem Forschungsbeitrag die in der DDR prämierten pädagogischen Lesungen zwischen 1961 und 1989. Dabei erinnern sie unter anderem an eine Diktum von Margot Honecker aus dem Jahr 1970: "Für die Praxis forschen – aus der Praxis lernen" ...

Abstract

Gegenstand des Beitrags ist die Beschreibung einer rund 9.000 Titel umfassenden Sammlung aller zentral in der DDR prämierten Pädagogischen Lesungen der Jahre 1961 bis 1989. Neben der historischen Spezifität und heterogenen Zusammensetzung des unikalen Bestandes kommen die Funktion und der Gebrauch der Pädagogischen Lesungen im Rahmen des zentralen Weiterbildungssystems für Lehrkräfte der DDR zur Sprache. Der in der bisherigen Forschung weitgehend unbeachtet gebliebene Quellenbestand ist Teil der Sondersammlungen der BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Abteilung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Berlin. Aus bildungs- und zeithistorischer Perspektive ist die wissenschaftliche Bearbeitung des Bestandes außerordentlich gewinnbringend. Darüber hinaus bietet er auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter anderer Fachbereiche und Disziplinen – etwa Sprach- und Kulturwissenschaften, Geschichts- und Politikwissenschaften, Informations- und Medienwissenschaften sowie Fachdidaktiken – vielfältige Forschungszugänge und umfassendes Quellenmaterial.[1]

Subject of the article is the characterisation of a collection containing about 9,000 titles of pedagogical lectures (PL) – compiled and centrally awarded in the GDR from 1961 to 1989. Besides historical specificity and heterogeneous composition of the unique material, function and use of the PL within the centrally organised system of teacher training in the GDR are being examined. The source material, which was previously unnoticed by research, is part of the special collections at the Research Library for the History of Education (BBF) of the DIPF | Leibniz Institute for Research and Information in Education in Berlin. From an educational and contemporary historical perspective the scientific analysis is highly profitable. In addition, the expansive material offers diverse approaches to research for a wide range of disciplines such as linguistic and cultural sciences, historical and political sciences, information and media sciences as well as subject-related didactics.


I. Was sind Pädagogische Lesungen?


Abb 1: Stapel Pädagogischer Lesungen und Anlagen in Form von Magnettonbändern,
Bild: Wähler/Hanke

Bei den Pädagogischen Lesungen (kurz: PL) handelt es sich um schriftlich fixierte Erfahrungsberichte von Pädagogen für Pädagogen, die über alle Fächer, Klassenstufen, Schulformen und Phasen des Bildungsprozesses hinweg lösungsorientiert Methoden, Probleme und Neuerungen aus der Schul- und Unterrichtspraxis thematisieren und beispielhafte Anregungen für die Gestaltung und Leitung des Erziehungs- und Bildungsprozesses geben sollten. Aus schulpolitischer Perspektive galten die Lesungen als wichtiges Mittel zur Intensivierung des Selbststudiums, des zentral organisierten Erfahrungsaustausches und der Weiterbildung von Lehrkräften in der DDR. Hinter dem Begriff PL verbirgt sich sowohl ein methodisch-didaktisches Konzept als auch eine pädagogische Bewegung, deren besonderes Kennzeichen ihre heterogene Gestalt ist (Frankiewicz 1963: 681; Laabs 1987: 284).

"Das Spezifische der pädagogischen Lesungen besteht darin, daß die konkrete pädagogische Arbeit der Verfasser oder die eigene Arbeit und die anderer Pädagogen Untersuchungsgegenstand ist, aus der im Rahmen der gewählten Thematik gesicherte Erkenntnisse und Verallgemeinerungen abgeleitet werden, die anderen Pädagogen Anregungen und Hinweise zur schöpferischen Anwendung der Erfahrungen für deren eigene pädagogische und methodische Arbeit geben. Darum gehört zur pädagogischen Lesung als Kennzeichen und Bedingung, (1) daß ihre Thematik lebens- und praxisverbunden ist, (2) daß die in ihr enthaltenen Erkenntnisse und Verallgemeinerungen in der täglichen Bildungs- und Erziehungsarbeit anwendbar sind, (3) daß in ihr die Einheit von Bildung und Erziehung und die Einheit von Theorie und Praxis gewahrt wird, (4) daß ihr Inhalt wissenschaftlich ist. Sie dient unmittelbar der Praxis und hilft mittelbar der Forschung. Damit ist ihr Standort festgelegt." (Raasch 1963: 273)

II. Entstehung und Organisation

Der Ursprung der PL liegt in der ehemaligen Sowjetunion (UdSSR) (Wohlert 1972: 13ff; Bauer 1988) und ist eng verbunden mit dem am 25.08.1931 verabschiedeten Beschluss des Zentralkomitees (ZK) der KPdSU "Über die Grund- und Mittelschule" (BRUMME: 291; Krupskaja 1966: 411–420). Dieser forderte alle beteiligten Institutionen der Volksbildung dazu auf, gute Erfahrungen aus der Praxis aufzuspüren, zu verallgemeinern und zu verbreiten. Auf den ab 1939 jährlich stattfindenden "Allunions-Konferenzen" verteidigten erfahrene "Arbeiter der Volksbildung" [rabotniki norodonogo obrazovanija] (Sovetskaja Ėnciklopedija 1966: 340) ihre Unterrichtsmethoden und legten die Erfolge ihrer pädagogischen Arbeit dar. Maßgeblicher Initiator war die 1943 gegründete "Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der UdSSR", die die Praxisberichte als "eine ständige Einrichtung im pädagogischen Leben der SU" (Wohlert 1972: 13; Skatkin 1950: 73ff) zu fixieren suchte. In der APW wurden die Arbeiten in Form von "Pädagogischen Vorträgen" öffentlich verteidigt und prämiert. Besonders erfolgreiche Erfahrungsberichte erschienen ab 1949 in der akademieeigenen Schriftenreihe unter dem Titel "Pädagogische Vorlesungen" [Pedagogičeskie Čtenija] (Pädagogik 1951: 31–34) und wurden so einem größeren Kreis von Pädagoginnen und Pädagogen zugänglich gemacht (z.B. Gel'mont 1952: 112–119; Chripkova 1970: 11–19). Ausgehend von der Sowjetunion verbreiteten sich die "Pädagogischen Lesungen" bis in die Volksrepublik Polen, die Volksrepublik Bulgarien, die ČSSR und die DDR.

In fast allen (real)sozialistischen Ländern konnten sich die PL als feste Größe in den zentralen Weiterbildungsmaßnahmen von pädagogischen Fachkräften etablieren. Auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion – beispielsweise in Russland und in Weißrussland (Belarus) – existieren sie bis heute.

Die Anfänge der PL in der DDR lassen sich zu Beginn der 1950er Jahre verorten, wobei ihre Entwicklung dort nicht so gradlinig verlief wie in den anderen sozialistischen Staaten. Es lassen sich zwei Wellen ausmachen, die zur Entstehung und Etablierung von PL in der DDR geführt haben (Wohlert 1972: 22; Auerswald 1958: 28).

Ein erster Versuch ging vom damaligen Lehrerbildungsinstitut in Dresden aus, einer Außenstelle des Deutschen Pädagogischen Zentralinstituts (DPZI) in Berlin (Ost). Dort gab man frühzeitig den Anstoß zur Intensivierung des pädagogischen Erfahrungsaustauschs von Lehrkräften, mit der gezielten Initiierung von "Pädagogischen Vorlesungen", als eine institutionell verankerte Form der Weiterbildung (Wähler/Reh 2017: 148; Stolz 2004: 64). Grundlage für die nachfolgend planmäßige Erarbeitung und Verbreitung war der Beschluss des Politbüros des Zentralkomitees der SED "Zur Erhöhung des wissenschaftlichen Niveaus des Unterrichts und zur Verbesserung der Parteiarbeit an den allgemeinbildenden Schulen" vom 29.07.1952 (dns 1952: 2f), der von den zuständigen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen der DDR eine verstärkte Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen der praktischen Schularbeit forderte (Wähler/Reh 2017: 16). Hierzu wurden PädagogInnen in den gängigen (Fach-)Zeitschriften aufgerufen, ihre Erfahrungen schriftlich niederzulegen, um sie Kolleginnen und Kollegen als Informations- und Inspirationsquellen zur methodischen Ausgestaltung des eigenen – wie es im DDR-Jargon hieß "schöpferischen" – Unterrichts zur Verfügung zu stellen (Honecker 1970: 741). Orientierende Artikel (z. B. Pädagogik 1952: 698ff; Uhlmann 1952: 18f; dns 1953: 22f) lieferten Themenvorschläge (APW 8066) und gaben Hinweise zur Gestaltung und Durchführung einer "Pädagogischen Vorlesung".

Erstmals amtliche Erwähnung findet der Begriff "Pädagogische Vorlesung" in der 1954 vom Ministerrat der DDR verabschiedeten "Verordnung zur Verbesserung der Arbeit an den allgemeinbildenden Schulen" (GBl.-DDR 1954: 269-280). Im Zuge der Verordnung und " [...] im Bemühen um einen eindeutigen Begriffsinhalt ließ das DPZI die bis Anfang der 1950er Jahre verwendete Bezeichnung 'pädagogische Vorlesungen' fallen und wählte dafür den Ausdruck 'pädagogische Lesung'. Damit sollten die von den Lehrern und Erziehern angefertigten und vorgetragenen Ausarbeitungen deutlich von der akademischen Form der Vorlesungen von Professoren und Dozenten an Hochschuleinrichtungen unterschieden werden." (Wohlert 1972: 24)

Vom Dresdner Lehrerbildungsinstitut ausgehend, fanden erste überregionale Erfahrungsaustausche statt, auf denen Pädagogische (Vor-)Lesungen präsentiert wurden. Im Jahr 1953 verfassten insgesamt 50 Lehrerinnen und Lehrer eine "Pädagogische Vorlesung", 11 Arbeiten kamen aufgrund ihrer "Beispielhaftigkeit" zum Vortrag in der Zweigstelle Dresden (Otto 1954: 69–77; Leupoldt/Lorenz 1954: 727–739; Schirmer 1955; Leupoldt 1955: 181–88). Ausgewählte Vorträge fanden zudem Eingang in die DPZI-eigene Schriftenreihe "Aus den Erfahrungen erfolgreicher Lehrer" die die Lesungen einer pädagogisch-interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stellten. Die Hefte wurden an pädagogischen Einrichtungen der DDR verteilt, waren nach thematischen Schwerpunkten gestaltet und enthielten Auszüge ausgezeichneter Lesungen. Darin erschienen sind die ersten und zugleich ältesten PL auf dem Gebiet der ehemaligen DDR (z. B. Henne 1954; Meyendorf 1954; Schalle 1954; Ballmann 1954; Krowicki 1954). Daneben existierten PL aus der Sowjetunion, die als Übersetzung im selben Format erschienen sind (Usova/Usova 1951/1954). Diese frühe Form der Veröffentlichung und Zirkulation von PL begreifen wir als sogenannte "erste Welle".

Maßgeblichen Anteil an der zunehmenden Popularisierung der Lesungen hatte auch die vorübergehende Aufwertung des Dresdner Lehrerbildungsinstitut zum "Zentralinstitut für Lehrerweiterbildung" (ZIL) (GBl.-DDR 1954: 269–280). In den Jahren 1955 und 1956 war es führend bei der Herausgabe von Anleitungsmaterialien zur Durchführung und Auswertung von PL, z. B. mit der Reihe "Methodische Anleitung für die Zirkelleiter der Lehrerweiterbildung".

Mit der Auflösung (VuM 1958: 213) und Umwandlung des Dresdner Instituts in ein "Pädagogisches Kreiskabinett" (VuM 1956: 137–142) verläuft sich die erste Welle der PL: "Die schulpolitische Aufmerksamkeit, die den Pädagogischen Lesungen bis Mitte der 1950er Jahre zuteil wurde, flaute (.) schnell ab, als nach dem V. Pädagogischen Kongreß (1956) und mit Einführung des 'Gesetzes über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens in der Deutschen Demokratischen Republik' (1959) zunächst drängendere Probleme der Volksbildung gelöst werden mussten." (Wähler/Reh 2017: 151). Problemfelder waren u. a. der (Fach-)Lehrermangel, die gestiegenen Anforderungen mit der Einführung der neuen Lehrpläne sowie fehlende Fortbildung- bzw. Nachqualifizierungsmöglichkeiten (VuM 1960: 183-186; BArch: DR2/7347).

Daneben geriet die Qualität der eingereichten Vorlesungsmanuskripte in die Kritik (Leupoldt/Lorenz 1954: 727; DLZ 1954: 4; Kurz 1955: 7) und die damals noch sporadisch stattfindenden Weiterbildungsmaßnahmen lieferten nicht die gewünschten Impulse zur Auslösung einer "pädagogischen Bewegung" unter den Praktikern (DLZ 1955: 7).

Im Zuge des 1958 begonnenen Aufbaus der zehnklassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule (POS) als Einheitsschule (GBl.-DDR 1959: 859) – und der damit verbundenen Einführung eines neuen Lehrplanwerks – rückten die PL wieder in das Blickfeld der zentralen Lehrerweiterbildung (VuM 1960: 183). Unter Volksbildungsminister Margot Honecker – die dazu aufrief "das Schöpferische der Pädagogen und die Ergebnisse der besten Pädagogen zu nutzen" (Honecker 1970: 708-754) – kam es zu einem erneuten Aufschwung und Anstoß einer zweiten Welle. In Anlehnung an die Neuererbewegung (GBl.-DDR 1972: 1-11; BArch: DR 2/2213) sollte – in enger Verzahnung von Schule und Betrieb bzw. Bildungs- und Produktionsarbeit – auch im Bildungswesen eine sogenannte "Bewegung der pädagogischen Neuerer" initiiert werden (Gläser 1962: 939–948; Pädagogik 1963: 212–217; Ahrens 1968: 2; Machacek 1974: 9).

Im Prinzip konnte jede/r "pädagogisch Tätige" (Fritsch 1972: 4) Autorin oder Autor einer PL sein. Neben Lehrerinnen, Lehrern, Erzieherinnen, Erziehern, Schulfunktionärinnen und Schulfunktionären konnten auch Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter oder Mitglieder einer Elternvertretung ihre pädagogischen Erfahrungen in Form einer PL aufbereiten. Überwiegend handelte es sich aber um "erfahrene", "erfolgreiche" und fachkundige Pädagoginnen und Pädagogen – mit einem durchschnittlichen Dienstalter von etwa 19 Dienstjahren (Neumann/Schwulst/Kleinke 1974: Anlage 3/1). Insgesamt befinden sich auch 82 im Autorenkollektiv verfasste Lesungen im Bestand der BBF, darunter die PL "Erfahrungen zum kollektiven Lernen in Gruppen. Autorenkollektiv der Erweiterten Oberschule 'Geschwister Scholl'", an der 11 Autorinnen und Autoren mitwirkten (Bastubbe et al. 1977).

Die Lesungen wurden eigenständig, freiwillig und nebenberuflich erarbeitet, ihre durchschnittliche Erarbeitungszeit lag bei etwa 12 Monaten (Fritsch 1972: 11ff; Neumann/Schwulst/Kleinke 1974: 16).

Für die Organisation und Auswertung waren ab 1953 die Pädagogischen Kreis- und nachfolgend die Pädagogischen Bezirkskabinette (VuM 1953: 115ff; VuM 1956: 142f; VuM 1984: 41f; APW 11218/2) zuständig. Neben der Erarbeitung und Bereitstellung von Informations- und Studienmaterialien zu PL (z. B. Schröder 1974: 3ff) übernahmen sie auch eine Beratungsfunktion, indem sie der Autorin/dem Autor oder dem Autorenkollektiv eine/n Fachberaterin oder Fachberater für die fachliche Betreuung der Arbeit zur Seite stellten (Neumann/Schwulst/Kleinke 1974; Lost 1994: 33). Daneben gab es Lesungen, die in laufende Forschungsprojekte eingebunden waren und von einer Universität oder Pädagogischen Hochschule wissenschaftlich betreut wurden. Potenzielle Autorinnen und Autoren bewarben sich auf Anraten der/des Fachberaterin/Fachberaters oder wurden auf Weiterbildungsveranstaltungen gewonnen – eine Bewerbung auf Eigeninitiative erfolgte eher selten (Wohlert 1972; Neumann/Schwulst/Kleinke 1974). Daneben gab es offizielle Aufrufe und Preisausschreiben in der pädagogischen Fachpresse – darunter die beiden in der Deutschen Lehrerzeitung veröffentlichten Ausschreibungen der "Gewerkschaft Unterricht und Erziehung" (GUE): "Wer schreibt die beste pädagogische Lesung"? (DLZ 1961: 3) und "Wie machen es die Besten" (DLZ 1965: 4; APW 8026/2). Auf Kreis- und nachfolgend auf Bezirksebene wurden die besten Lesungen ausgewählt, prämiert und zum zentralen Ausscheid beim "Zentralinstitut für Weiterbildung" (ZIW) in Ludwigsfelde eingereicht (Wähler/Reh 2017; BArch: DR 2/7347). Lesungen, die es nicht bis auf die gesamtstaatliche Ebene schafften, verblieben in den Kreis- und Bezirkskabinetten und waren dort zugänglich (Mutschke 1994: 13; Schirrholz 1977; Siegl 1977).

Eine rund zehnköpfige Jury am ZIW, die sich aus Fachvertrerinnen und -vertretern des MfV, des DPZI – später APW – und des ZIW sowie aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Institutionen der Lehrerinnen- und Lehrerweiterbildung und der GUE zusammensetzte (APW 8026/2; APW 9017; Mutschke 1994: 12) – fertigte Gutachten (z.B. DPZI 5412, 6561, 6728; APW 8112-8114, 8123, 9024) zu den eingereichten Lesungen an und entschied, welche zum Vortrag kommen durften. Eine Lesung war entweder "auszeichnungswürdig", "anerkennenswert" oder wurde "abgelehnt" (APW 9017). Kriterien der Begutachtung waren: die Qualität der Arbeit, deren schulpraktische Bedeutung, deren Erkenntnisgewinn für das jeweilige Fachgebiet und die Möglichkeiten der Nachnutzung durch andere Praktikerinnen und Praktiker (APW 8026/2; APW 9030). Ausschlaggebend für die positive Begutachtung einer Lesung war insbesondere deren inhaltliche Bezugnahme auf die aktuelle schulpolitische Stoßrichtung (Bauer 1988: 12). Grundsätzlich abgelehnt wurden Lesungen die "Verletzung von Grundpositionen der marxistisch-leninistischen Erziehungswissenschaften; Verstöße gegen den Lehrplan; fachwissenschaftliche oder fachmethodische Mängel; ungenügende Kenntnisse der Fachliteratur, fehlende Literaturangeben usw." (z.B. APW 8026/2: 2; APW 9017) aufwiesen.

In der Sammlung prämierter Lesungen finden sich auch solche, die deutlich vom vorgegebenen Gesamtkonzept abwichen und dennoch als Beispiele "guter pädagogischer Praxis" DDR-weit verbreitet wurden - etwa die Lesung "Gedanken und Vorschläge zur Verbesserung des außerschulischen Sports" von Ralf Paetzold aus dem Jahr 1964. Mit einem unterdurchschnittlichen Gesamtumfang von 6 Seiten handelt es sich um die kürzeste aller zentral prämierten und im Bestand der BBF befindlichen PL. Grund für die zentrale Prämierung war – so vermuten wir – die Tatsache, dass das Fach Sport deutlich unterrepräsentiert war und möglichst alle Unterrichtsfächer und Fachbereiche abgedeckt werden sollten.

Auf den ab 1963 jährlich stattfindenden "Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen" wurden die "vielversprechendsten" Lesungen öffentlich vorgetragen und verteidigt (DLZ 1963: 7). Die 1. "Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen" fanden vom 11.-17.7.1963 am ZIW in Ludwigsfelde statt. Von den 230 eingereichten Lesungen wurden 34 ausgewählt und vor rund 300 Pädagoginnen und Pädagogen zum Vortrag gebracht (Mutschke 1994: 12).

Die "Zentralen Tage" dienten als Forum, um den "Reflexionsstand der in der DDR arbeitenden Pädagoginnen und Pädagogen aufzuzeigen und zugleich eine Dynamisierung des pädagogischen Reflexionsniveaus zu bewirken, in dem neue Konzepte öffentlich vorgestellt und diskutiert wurden" (Grammes/Schluß 2006: 173). Die "Zentralen Tage" schlugen sich auch in der Tagesberichterstattung der Printmedien sowie in Funk und Fernsehen nieder (z. B. DLZ 1970: 1; ND 1970: 5; Pädagogik 1976: 608–614; Thier 1977: 606–612).

In die Organisation und Durchführung waren alle führenden Bildungs- und Erziehungseinrichtungen der DDR eingebunden (Wähler/Reh 2017: 152). Eine besondere Rolle spielte die "Gewerkschaft Unterricht und Erziehung" (GUE), die die Tagung organisierte und großzügig bezuschusste (Schiller 1994: 462), da sie ihren Auftrag in der intensiven Unterstützung von "pädagogischen Neuerern" und "Schrittmachern" sah (Wähler/Reh 2017: 165). Auf den "Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen" war es üblich, die Lesung als Autorenvortrag zu gestalten. Erst hier im öffentlichen Vortrag – vor einem Fachpublikum – erfüllten die PL ihre eigentliche Funktion als "Lesung" (Wähler/Reh 2017: 153). Die Veranstaltung endete mit einem Festakt, auf dem die drei erfolgreichsten Arbeiten mit Prämien in Höhe von 700, 600 und 500 Mark bedacht und mit Urkunden bzw. Anerkennungsschreiben gewürdigt wurden (Fritsch 1972: 28ff; Best. 332 Pädagogische Zentralbibliothek, Nr. 91). Das entsprach in etwa dem durchschnittlichen Monatsgehalt einer/s Lehrerin/Lehrers in der DDR. Die Anzahl der ausgezeichneten Lesungen stieg im Jahr 1988 auf etwa 552 an (APW 11218/2; Schiller 1994: 460; Stolz 2004: 75).

Aufgrund der jährlich steigenden Einreichungen und stetig wachsenden Teilnehmerinnen- und Teilnehmerzahlen konnte das ZIW Ludwigsfelde nicht alleiniger Veranstaltungsort bleiben. Ab 1982 fanden die "Zentralen Tage" arbeitsteilig in sechs weiteren Bildungseinrichtungen der DDR statt. Die Veranstalter übernahmen Lesungen, für die sie fachspezifische Kompetenz besaßen – u. a. übernahm das ILW Leipzig den mathematisch-naturwissenschaftlichen und polytechnischen Unterricht, der Pionierpalast "Ernst Thälmann" Berlin den außerschulischen/außerunterrichtlichen Bereich und die Schulsternwarte Bautzen den Astronomieunterricht. Am ZIW verlieben Grundlagenthemen der Bildungs- und Schulpolitik, Pädagogik und Psychologie sowie Fachthemen, die den gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht berührten.

"Ein letztes Mal fanden die 'Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen' im Februar 1990 statt, wobei sich das MfV [Ministerium für Volksbildung; Einf.: J.W. u. M.-A. H.] hier schon aus der Organisation und Koordination der Veranstaltung zurückgezogen hatte. Der Versuch diese Tradition nach der Wende fortzuführen und die Lesungen als festen Bestandteil der LehrerInnenweiterbildung beizubehalten, fand nur ein begrenztes Echo." (Stolz 2004: 70; Wähler/Reh 2017: 166)

III. "Popularisierung", Verbreitung und Zirkulation

Sämtliche zentral in der DDR ausgezeichneten Pädagogischen Lesungen wurden an die Pädagogische Zentralbibliothek (PZB) im Haus des Lehrers (HdL) in Berlin übersandt und konnten vor Ort von interessierten Pädagoginnen und Pädagogen eingesehen und zum Selbststudium entliehen werden.

Seit 1964 war die aus der Deutschen Lehrerbücherei hervorgegangene Pädagogische Zentralbibliothek mit dem systematischen Aufbau einer Sammlung von Pädagogischen Lesungen beauftragt worden (APW 12218/2; Mewes/Marks 1970: 1180), so dass der Gesamtsammlungsbestand bis 1989 auf rund 9000 Titel anwuchs. Bei den rund 9000 Titeln handelt es sich um alle zentral in der DDR prämierten Lesungen, ohne die ebenfalls im Bestand befindlichen Dubletten, die zu zahlreichen Titeln existieren.


Abb 2: Verteilung der zentral prämierten Lesungen der DDR (1961-1989) im Bestand der BBF,
Bild: Wähler/Hanke

In der PZB erfolgte die formale und inhaltliche Erschließung. Unmittelbar nach der Übernahme des Bestandes vom ZIW wurde ein umfangreicher Zettelkatalog – bestehend aus alphabetischem Verfasserkatalog sowie Schlagwort- und Standortkatalog – angelegt (Mewes/Marks 1970: 1180; APW 11218/2) der als Nachweis- und Analyseinstrument fungierte.

Seit 1982 war es möglich, über die von der PZB vergebene Signatur das Erscheinungsjahr bzw. das Jahr der Auszeichnung sowie den zuständigen Bezirk und die Anzahl der in diesem Bezirk und Jahr prämierten Lesungen zu ermitteln. Beispielsweise lässt sich anhand der Signatur PL 89-15-56 rekonstruieren, dass die Lesung 1989 ausgezeichnet und in der PZB registriert wurde, aus dem Bezirk 15 (Bezirk Suhl/Thüringen) stammt, und dass im gleichen Jahr insgesamt 56 weitere prämierte Lesungen aus dem Bezirk in der PZB abgeliefert wurden.

Neben der Bestandserschließung gehörte zu den Aufgaben der PZB auch die qualitative Analyse der Ausleihe von PL für das jeweilige Schuljahr mit einer Prognose zur Trendentwicklung (APW 11218/2).

Die in der PZB abgelieferten PL lagen als Staffelexemplar – in mindestens dreifacher Ausführung – vor. Aufgrund der großen Nachfrage war die Leihfrist der Lesungen auf rund zwei Wochen begrenzt (APW 11218/2; Bauer 1988) und konnte nur in Ausnahmefällen verlängert werden. Zwischen 1961 und 1964 konnten Kopien prämierter Lesungen vorübergehend über das ZIW bezogen werden (Wohlert 1972: 35).

Vereinfacht wurde der Fernleihverkehr durch die 1967 (Mewes/Marks 1970: 1180) in Zusammenarbeit mit der "Zentralstelle für Pädagogische Information und Dokumentation" (ZPID) organisierte zentrale Ausleihkartei, die eine deutliche Verkürzung der Wartezeit häufig angefragter Titel mit sich brachte und zur weiteren Zirkulation der Lesungen beitrug. Im Jahr 1985 gingen 7830 PL in die Fernleihe. Der Anteil der PL an der Gesamtfernleihe der PZB betrug im Jahr 1984 etwa 84% (Best. 332 Pädagogische Zentralbibliothek, Nr. 91; APW 11218/2).

Aus einer Einschätzung der "Gemeinsamen Kommission zu den zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen" geht hervor, dass ein kontinuierlicher Anstieg der Ausleihen von 9.863 im Jahr 1982 auf 12.486 Ausleihen im Jahr 1988 über die PZB erfolgte (APW 11218/2; APW 8026/2; Wohlert 1972: 35; Stolz 2004: 73). Besonders hoch frequentiert waren zeitnah erschienene Lesungen der jeweils letzten beiden Jahre, insbesondere der Fächer Mathematik, Physik und Chemie (Mewes/Marks 1970: 1182; Kath 1963: 467-470; Barch: DR 2/7347). Im Jahr 1985 beispielsweise wurde die Lesung "Erfahrungen beim Experimentieren im Stoffabschnitt 'Mechanische Schwingungen' Physik – Klasse 10" (Haase 1984) insgesamt 18x vorbestellt (Best. 332 Pädagogische Zentralbibliothek, Nr. 91).

Verallgemeinerungswürdige und außerordentlich erfolgreiche PL erschienen darüber hinaus als Broschüre oder wurden – teils in redigierter und als stark gekürzte Fassung – in den pädagogischen Fachzeitschriften (APW 11218/2) veröffentlicht. Ergänzend dazu gab es annotierte Bibliografien und Dokumentationen sowie thematische Zusammenstellungen, die Auszüge prämierter Lesungen enthielten und diese bewarben, z. B. die Reihe "Unterrichtsmittel Information".

IV. Formale Gestaltung und inhaltliche Ausrichtung


Abb 3: Deckblatt und Anlagen einer Pädagogischen Lesung für den Russischunterricht aus dem Jahr 1978,
Bild: Wähler/Hanke

In der Regel handelt es sich bei den von Pädagoginnen und Pädagogen verfassten Niederschriften um Typoskripte, die formal der "grauen Literatur" und damit der Gattung des nicht-konventionellen Schrifttums zuzuordnen sind. Bereits in den Anfangsjahren lagen die ersten PL als abgetippte Redemanuskripte – oftmals ohne formale Angaben – zu den auf Kreis- und Bezirksebene gehaltenen "Pädagogischen Vorlesungen" vor. Hinweise auf die Autorenschaft und den Entstehungsort lassen sich bei den frühen Lesungen häufig nur aus dem Textzusammenhang rekonstruieren.

Mit der "zweiten Welle" der Pädagogischen Lesungen in den frühen 1960er Jahren vollzog sich eine zunehmende formale Vereinheitlichung. Sichtbar wurde das Bemühen um eine "Verwissenschaftlichung" der Niederschriften. Es entstanden Arbeiten unterschiedlichen Niveaus, abhängig davon, welchen Zugang die/der Autor/Autorin zur jeweiligen Referenzliteratur hatte, wie die Betreuungssituation vor Ort aussah und wieviel Zeit für das Abfassen der Arbeit neben der Unterrichtstätigkeit investiert werden konnte.

Der Textumfang der eingereichten Skripte sollte 50 Seiten nicht überschreiten, es gab aber auch Lesungen von bis zu 100 Seiten (Schröder 1974: 11; Wähler/Reh 2017: 151). Eine der umfangreichsten im Bestand befindlichen Lesungen umfasst 182 Seiten und eine Anlage mit 83 Karteikarten (Wedel 1981).

Das Deckblatt und das Literaturverzeichnis bzw. die Anlagen – dazu gehörten bisweilen auch die entsprechenden Gutachten und Urkunden (Fritsch 1972: 28ff; Uhl 1984; Wilke 1985; Roßbach 1985) – bildeten die äußere Klammer der PL. Am Anfang jeder Lesung stand eine für die DDR typische "Vorwegstellung" – eine sogenannte "sozialistische Präambel", die der Einordnung der Arbeit in den aktuellen schul- und bildungspolitischen Kontext diente. Daran schloss die eigentliche Abhandlung an, die Erfahrungen und Erkenntnisse aus Perspektive der schulpraktischen bzw. pädagogischen Arbeit thematisierte. Gewünscht war folgender Aufbau: Deckblatt, Annotation, Thesen, Gliederung, Ausarbeitung, Anlagen, Quellenangaben, Literaturverzeichnis (Schröder 1974: 10). Der Fließtext konnte graphische Abbildungen oder handschriftliche Ergänzungen, etwa in Form von Zeichnungen, Fotos oder Noten enthalten, die der Veranschaulichung oder Vervollständigung dienten.


Abb 4: PL mit handschriftlichen Ergänzungen und Zeichnungen,
Bild: Wähler/Hanke

Nach bisherigem Kenntnisstand lassen sich die Lesungen in zwei Typen untergliedern. Es gab Lesungen, die sich allgemein mit schul- und bildungspolitischen Aspekten auseinandersetzten und eher informierend und orientierend angelegt waren. Sie dienten der Einordnung in den sozialistischen Bildungsprozess, der Selbstvergewisserung und Legitimierung nach außen. Daneben gab es Lesungen, die fachspezifisch und unterrichtspraktisch ausgerichtet waren. Sie setzten sich mit konkreten Stoff- und Unterrichtseinheiten auseinander und erörterten die methodisch-didaktische Vermittlung schulischer Wissensbestände aus individueller Perspektive. Diese praxisbezogenen Berichte thematisierten dabei auch Widersprüche und erörterten Problemlagen (Rosenthal 1964; Weigert 1981; Sattler 1984; Böhme 1984).

Im Abfassen einer Pädagogischen Lesung, die sich an der "Schnittstelle zwischen dem Verordneten und der Praxis" (Wähler/Reh 2017: 149) bewegte, eröffneten sich gewisse – wenn auch staatlicherseits kanalisierte und akzeptierte – Handlungsspielräume, die in anderen wissenschaftlichen Arbeiten kaum gegeben waren.

V. Anlagen

Ein Großteil der Pädagogischen Lesungen ist angereichert mit vielfältigen Anlagen unterschiedlicher Materialität. Diese lassen sich in drei große Kategorien untergliedern: statische Bilder, dynamische Bilder und Tonträger. Während die ersten Niederschriften noch gänzlich ohne Anlagen auskamen, konnten die Lesungen gegen Ende der DDR eine ganze Sammlung verschiedenster Beilagen umfassen. Dazu gehören Tonaufzeichnungen und Bilddokumente, wie Dia-Filmreihen, Filmaufnahmen, Wandbilder, Haft- und Handbilder, Polyluxfolien (z. B. Kuntzsch 1969), Magnettonbänder (z.B. Quinsdorf 1972; VWV 1974), statistische Erhebungen, selbstgestaltete Arbeitsblätter und andere Lehrmaterialien (VWV 1953: 8ff). Hinzu kamen in die Typoskripte integrierte Fotos, Illustrationen und Zeitungsausschnitte.

Häufig gaben die vielgestaltigen Anlagen wichtige Impulse für den Einsatz neuer Medien im schulischen Bereich. In mühevoller Kleinarbeit und mit viel Kreativität, Engagement und Forschergeist entwickelten, bastelten, klebten, zeichneten und dokumentierten die Lehrerinnen und Lehrer ihre Beilagen. Bereitgestellte Anleitungen und Empfehlungen zu in Eigenregie hergestellten Ton- und Filmaufnahmen ermutigten zum Selber-Machen und Selbst-Herstellen (Geisenhainer 1970; Adelt/Neigenfind 1988: 10). Der Erarbeitung von Anlagen wurde mitunter größere Aufmerksamkeit gewidmet als dem Text selbst, auch, da der Bedarf an Unterrichtsmitteln sehr groß war (Wrobel 1982; Adelt/Neigenfind 1988: 10). Die Entwicklung geeigneter Unterrichtsmittel hatte sehr pragmatische Gründe. So konnte der Einsatz von Anschauungsmitteln oder das vorgefertigte und auf die Stunde zugeschnittene Tonband eine gewisse Zeitersparnis bringen und dabei helfen, den staatlicherseits vorstrukturierten Unterrichtsablauf umzusetzen (Schumacher 1973; Prepens 1987).

VI. Herstellung und Produktion

Da es sich bei den einzelnen Lesungen um individuell angefertigte Arbeiten handelte, sind in der Herstellung der Typoskripte verschiedenste Papierarten sowie unterschiedliche Verfahren der Schriftgebung und Vervielfältigung zum Einsatz gekommen. Einen großen Anteil an Schriftträgern stellen die Schreibmaschinenpapiere, hier vor allem Durchschlagpapiere, aber auch reguläre Schreibpapiere sowie in den Anfängen des Computerzeitalters vereinzelt Endlosdruckpapiere und ab Mitte der 1980er Jahre Thermopapiere.

Die Tatsache, dass in der DDR Papier und Material nicht beliebig verfügbar waren und "effektive Materialökonomie" als ein "ständiges Gebot sozialistischer Wirtschaftsführung" galt (MfK 1978: 12), führte dazu, dass die Herstellungsqualität der verwendeten Papiere stark variierte und in den PLs Materialien eingesetzt wurden, die gerade verfügbar waren. So finden sich im Bestand Lesungen, in denen bis zu vier verschiedene Papierarten Verwendung fanden.

Von den mit Schreibmaschine angefertigten Typoskripten (Original) wurden mittels Hektografie- (auch Umdruck– oder "Spirit-Umdruck" bzw. Ormig) und Durchschreibeverfahren die erforderlichen Mengen der abzuliefernden Exemplare vervielfältigt. Angefertigt wurden bis zu vier Exemplare (a-d). Das a- und das c-Exemplar gingen an das ZIW, das b-Exemplar an die APW bzw. die ZPID und das d-Exemplar war als kopierfähige Ausgabe für die PZB vorgesehen (APW 11218/2). In den späteren Lesungen sind vereinzelt thermische Druckverfahren und Nadeldruckverfahren angewendet worden, hier erfolgte die Vervielfältigung über Mehrfachausdrucke.

VII. Funktion und Gebrauch

Aus schulpolitischer Perspektive dienten die Lesungen der sogenannten "Lehrerforscher" (Honecker 1986: 89; ND 1965: 5; ND 1967: 10) als nützliches "Analyse-, Professionalisierungs- und Steuerungsinstrument" (Stolz 2004: 65; Bauer 1988: 13; DPZI 6728; APW 8026/2; 9008, 9017, 9539, 9352, 11218/1, 11218/2). Ziel war es, möglichst zeitnah auf aktuelle schul- und gesellschaftspolitische Themenstellungen und Aufgabenfelder zu reagieren und effektiv zielgruppengerechte und fachspezifische Informationen für die Schulpraxis aufzubereiten bzw. zu popularisieren. Als Bindeglied zwischen dem Verordneten und den Praktikern fanden die Lesungen Anwendung im Rahmen von organisierten Weiterbildungsmaßnahmen, im Selbststudium, in der Unterrichtspraxis und in der wissenschaftlichen Forschung, und erreichten so einen großen Kreis an Pädagoginnen und Pädagogen, in allen Teilen der DDR.

Die Lesungen fungierten als Quelle des Erfahrungsaustausches, da hier über das WIE des Unterrichts berichtet wurde, darüber welche Methoden Anwendung fanden, wie der Unterricht gestaltet und durchgeführt wurde. Ziel war die Verbreitung und Zirkulation "verallgemeinerungswerter guter Erfahrungen" (Stolz 2004: 65) und erprobter Methoden zur Verbesserung der pädagogischen Arbeit. Zugleich ermöglichte das Verfassen einer PL dem Bedürfnis nachzukommen, die eigene Arbeit wissenschaftlich zu durchdringen und aufzubereiten – ein Erfolgserlebnis, so dass einige Pädagoginnen und Pädagogen mehr als eine Lesung verfassten (Neumann/Schwulst/Kleinke 1974). Beispielsweise schrieb und verteidigte der Biologielehrer Helmut Fritsch zwischen 1963 und 1983 insgesamt 14 Pädagogische Lesungen. Neben der Qualifizierung und Professionalisierung von Lehrpersonen wurden die PL auch dazu genutzt, einige der besten Praktikerinnen und Praktiker ihres Feldes aktiv in laufende Forschungsprojekte einzubeziehen und geeignete Nachwuchskräfte für Leitungs-, Lehr- und Forschungsaufgaben zu rekrutieren (Honecker 1970: 1103).

Obgleich die Lesungen einen nicht zu vernachlässigenden schulpolitischen Stellenwert erlangten, muss der tatsächliche Nutzen und Erkenntnisgewinn für die pädagogische Wissenschaft und für die Ausgestaltung der Unterrichtspraxis in der DDR noch abschließend geklärt werden (Wähler/Reh 2017: 154; Stolz 2004: 74). Eine erste Annahme wäre, dass die PLs als "Wissensspeicher" resp. Ergänzung zum System der staatlichen Lehrplanvorgaben fungierten und die Praktikerinnen und Praktiker zu einem kreativen und progressiven Umgang mit fachlichen Inhalten und schulischen Wissensbeständen anregten.

VIII. Die Sammlung heute – Aufbewahrung, Erhaltung und Erschließung

Seit 1994 lagert der von der PZB übernommene unikale und nahezu vollständig erhaltene Bestand der PL als Sondersammlung auf 185 laufenden Regalmetern in den Magazinen der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) in Berlin.

Die Verfasserinnen und Verfasser von PL waren dazu angehalten, ihre Arbeiten in Schnellheftern oder Klarsichtfolien einzureichen (APW 11218/2), mit Eingang der PL in die PZB wurden die Skripte für die Aufbewahrung und Ausleihe in Hängeregistraturmappen umgepackt. Heute werden die PL bis Jahrgang 1980 liegend in Archivkartons aufbewahrt, der Bestand ab 1981 wird in modernisierten Mappen hängend gelagert. Darüber hinaus wurden die PL in ihrer ursprünglichen Erscheinungsform nicht weiter verändert. Aus Platz- und Bestandserhaltungsgründen werden Anlagen, vor allem technische Modelle, Diakästen und Tonbänder separat von den dazugehörigen Typoskripten in ihrer Originalverpackung in Archivkartons aufbewahrt. Flache Anlagen, wie Folien oder Wandbilder, verblieben in der Regel in den Mappen der PL. Anlagen, die zwischen, beziehungsweise vor oder am Ende des Typoskripts eingeheftet oder fixiert sind, wurden nicht entfernt.


Abb 5: Aufbewahrung von PL in der Hängeregistratur (links) und deren Anlagen in Archivkartons (rechts),
Bild: Wähler/Hanke

Auf Grund der heterogenen Bestandszusammensetzung stellen sich besondere Herausforderungen an die langfristige materielle Sicherung der PL. Vor dem Hintergrund der Singularität, Geschlossenheit und Forschungsrelevanz sieht das Bestandserhaltungskonzept der BBF den Originalerhalt dieser facettenreichen Sammlung vor.

Die für die Typoskripte verwendeten Schriftträger bestehen überwiegend aus säurehaltigen Papieren, die mit einem hohen Anteil an Sekundärrohstoffen (Altpapier) produziert worden sind (Kobold/Moczarski 2010: 245). Diese sind für eine Langzeitarchivierung ungeeignet und weisen inzwischen Vergilbungen und Versprödungen auf. Dennoch befinden sich die inzwischen bis zu über 50 Jahre alten Lesungen in einem guten Allgemeinzustand.

Schwierigkeiten bei der Erhaltung bestehen nicht nur im graduellen Zerfall des säurehaltigen Trägermaterials, sondern ergeben sich aus der Kombination mit lichtempfindlichen Schreibstoffen und Vervielfältigungsverfahren. Bisher gibt es für dieses Schadensbild nur wenige Methoden aus den Restaurierungswissenschaften, die für einen massenhaften Originalerhalt geeignet sind.

Zur langfristigen Stabilisierung der Objekte und damit einem fortschreitenden Substanzverlust entgegenwirkend, werden vor allem konservatorische Maßnahmen wie Schutzverpackungen, Klimamonitoring und -regulierung und die Magazinhygiene angewandt. Im Fall einer Beschädigung wird die Sicherung des Materials als individuelle, aufwändige Einzelblattbehandlung favorisiert und beschränkt sich auf den Erhalt des Schriftträgers.

Hinsichtlich der Anlagen ist ein materialspezifisches Vorgehen erforderlich. Bei der Neuverpackung bedarf es einer gründlichen Abwägung zwischen konservatorischer Notwendigkeit und dem Erhalt der originalen Überlieferung bzw. dem Erhalt der Authentizität des Materials.

Unter Berücksichtigung aller Aspekte wie Erhaltungszustand, Restaurierungskosten und -effekt, Bestandsumfang und -heterogenität, erscheint die Konversion des Gesamtbestandes zur Inhaltssicherung derzeit als Mittel der Wahl. Sowohl für die Typoskripte, als auch für die umfangreichen audiovisuellen Anlagen sollen zeitnah Sicherungskopien und Digitalisate angefertigt werden.

In einem ersten Schritt sind in unterschiedlichen Scanverfahren etwa 3000 PL digitalisiert worden. Die Ergebnisse fallen abhängig von der Materialzusammensetzung (Schriftträger und Schreibstoff) unterschiedlich aus, sind aber überwiegend sehr gut lesbar.

Perspektivisch anvisiert ist die Bereitstellung von durchsuch- und bearbeitbaren Volltextkorpora und deren Einbettung in ein um Kontextmaterialien erweiterbares Portal. Denkbar wäre ferner die Einbindung von Werkzeugen aus dem Bereich der Digital Humanities, die eine thematische Erschließung und qualitative Auswertung – etwa die Visualisierung von Netzwerken (Mapping) – ermöglichen.

An der BBF existiert seit 2017 ein Forschungs- und Publikationsprojekt zur umfassenden Beschreibung der unikalen Sammlung. An diesem Forschungsprojekt angesiedelt ist ein gegenwärtig laufendes Dissertationsprojekt, dass sich mit der Entwicklung und Transformation der Pädagogischen Lesungen im Spannungsfeld von Profession, Wissenschaft und Politik befasst und dies im Rahmen einer Fallstudie zu PL aus dem Fachbereich Musik vertieft.

Nähere bibliografische Nachweise zum Bestand sowie weiterführende Referenzliteratur zum Bildungssystem der DDR können bei den Autorinnen angefordert werden.


Quellen

Quellen aus dem Archiv der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF), Berlin

DIPF/BBF/Archiv: APW 8026/2.

DIPF/BBF/Archiv: APW 8066.

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DIPF/BBF/Archiv: APW 8123.

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DIPF/BBF/Archiv: APW 9024.

DIPF/BBF/Archiv: APW 9030.

DIPF/BBF/Archiv: APW 9352.

DIPF/BBF/Archiv: APW 9539.

DIPF/BBF/Archiv: APW 11218/1, 11218/2.

DIPF/BBF/Archiv: Best. 332 Pädagogische Zentralbibliothek, Nr. 91.

DIPF/BBF/Archiv: BRUMME.

DIPF/BBF/Archiv: DPZI 30.

DIPF/BBF/Archiv: DPZI 5412.

DIPF/BBF/Archiv: DPZI 6561.

DIPF/BBF/Archiv: DPZI 6728.


Quellen aus dem Bundearchiv (BArch), Berlin


BArch: DR 2/2213.

BArch: DR2/7347.

BArch: DR 2/7347.


Anmerkung

[1] Der vorliegende Beitrag basiert auf einer englischsprachigen Fassung, die vsl. 2019 erscheint.



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